05 – Letzter Abschnitt bis Salzburg

Im letzten Teil meiner Alpenüberquerung wandere ich bis nach Salzburg.

Rückblickend muss ich feststellen, dass meine zweimonatige Weitwanderung ein sehr interessantes Experiment war.

Ich bin aber froh, dass ich ab nächster Woche mit dem Rad weiterreisen werde (Spoiler!!). Gerade als Langzeitreisender musste ich mich viel zu oft dem Wetter unterordnen. Lange Wege durchs Tal, bei strömendem Regen machen nur begrenzt Spaß.

Zumindest das Übernachten auf dem Berg ist ganz nett.

Für den Sonnenaufgang bin ich leider auf der falschen Seite. Und es dauert ewig, bis es etwas warm wird. Dass ich extrem aufpassen muss, damit ich nicht von den Einheimischen entdeckt werde ist ja logisch.

Genauso wie dass der Berg sehr wenig ebene Flächen zum gerade Hinlegen aufweist. Und wenn, dann sind die Flächen von Kühen vollgeschissen.

Ja, Wandern.

Ist bestimmt spaßig, wenn man nur ein paar Tage unterwegs ist, und man sich bei seiner Route dem Wetter anpassen kann.

Oder man hat das Geld für eine Übernachtung in einer Unterkunft über.

Die Hütten waren übrigens fast immer bis auf den letzten Platz belegt.

Das Essen war erstklassig, aber unverschämt teuer.

Im Tal ist es genau anders herum. Unterkunft sehr teuer, Essen normal (nicht sehr) teuer.

Ich werde bestimmt nochmal irgendwann wandern gehen, aber dann für einen kürzeren Zeitraum.

Resumee: Experiment (leider) fehlgeschlagen.

04 – Camping aufm Berg

Der vierte Abschnitt meiner Alpenweitwanderung.

Es beginnt bei gutem Wetter. Mal was Neues also.

Mein Weg führt mich Richtung Ischgl. Je näher ich dem bekannten Partyort komme, umso mehr Menschen sind auf den Wanderwegen.

Wir befinden uns im Jahre 2020. Ganz Österreich ist von Touristen besetzt… Ganz Österreich?

Ja, ganz Österreich. Da kann ich jetzt keinen Asterix Vergleich anbringen. Mir ist bis jetzt kein Land untergekommen (außer Inseln) die so großflächig vom Tourismus dominiert sind wie Österreich. Jeder Quadratzentimeter auf dem Berg ist touristisch genutzt. Im Tal ist gefühlt jedes zweite Haus eine Herberge.

In Ischgl sind die Apre Ski Bars zum Glück im Sommer alle geschlossen.

Die langen Wegstrecken sorgen für müde Füße. Nach knapp zwei Monaten Dauerwanderung, und zusätzlichen Eingewöhnungsmärschen setzt bei mir keine Gewöhnung ein.

Dass ich den Rucksack auch Bergab schleppen muss, davon will ich gar nicht erst anfangen.

Nicht mehr lange und dann werde ich wieder auf eine menschenwürdige Fortbewegungsmethode umsatteln.

03 – Wormser Hütte

Der dritte Teil meiner Alpenweitwanderung.

Mittlerweile wird die gesamte Tour vom Wetter bestimmt.

Bei gutem Wetter gehe ich auf den Berg. Dann verändert sich das Wetter, es fängt an zu regnen und ich muss wieder absteigen.

Ich starte bei Schruns und übernachte auf der Wormser Hütte. Erst hatte ich geplant, ein paar Tage auf dem Berg zu bleiben. Der Wettergott meinte aber: im Tal ist es bestimmt auch schön.

01 – Alpen Weitwanderung

Der erste Abschnitt meiner Alpen Weitwanderung

Nachdem ich coronabedingt meine Weltreise mit dem Fahrrad unterbrechen musste, geht es erstmal zu Fuß weiter. Mein Fahrrad und der Großteil meiner Ausrüstung befindet sich, sicher verstaut, in Indien.

Mit dem Bus fahre ich Richtung Bodensee, um dann in Feldkirch meine Alpentour zu starten.

Erstmal habe ich Salzburg als Ziel gesetzt. Schon am ersten Tag musste ich feststellen, dass mir das Wetter einen Strich durch unbeschwertes Wandern macht. In meiner ersten Übernachtungsmöglichkeit werde ich vor Gewitter am nächsten Tag gewarnt.

Da mich der Weg morgen über exponierte Berggipfel führt und mindestens acht Stunden Gehzeit beträgt, entschließe ich mich gegen 16 Uhr dazu, noch weitere fünf Stunden bis zur nächstmöglichen Hütte zu laufen. Denn heute ist ja noch gutes Wetter. Es hat zwar nicht gewittert, aber gut geregnet. Mit meinem großen Rucksack über die Leitern, ohne Sicherung und Erfahrung, war schon etwas außerhalb meiner Komfortzone.