Wie alles begann:

Es begab sich im Jahre  2015, das ich währende einer Alpenwanderung die fixe Idee hatte: “Ich könnte ja mal mit dem Fahrrad nach Potugal fahren.”

So begann etwas, das sich soweit eintwickelt hat, das es zur Zeit mein Leben bestimmt.

Ich hatte immer schon Bock auf Radfahren und dementsprechend ein alts MTB im Keller stehen. Ein Redbull (das war die Rose Hausmarke, die es jetzt schon lange nicht mehr gibt)

Das Rad war stabil. Hatte keine Federgabel, XTR Felgenbremsen und bot sich perfekt für mein Vorhaben an.

Noch fix Gepäckträger angeschraubt und ich war im Grunde genommen startbereit.

Meine Ausrüstung bestand zum großen Teil aus Camping Artikeln die ich bei mir im Keller gefunden habe. 

 

Dann ging es auch schon los. Ich hatte insgesamt sechs Wochen Zeit. Mein gesamter Jahresurlaub.

Mein Plan war ganz einfach. Da es vor der Zeit der Praktikablen Handynavigation war, und ich mir eines der damals noch sehr teuren Fahrradnavigationsgeräte nicht leisten konnte. Habe ich ganz klassisch mit Kompass und Karte navigiert. Der Kompass war eine Kompass-Klingel Kombination auf meinem Lenker. Die Karte eine grobe Autokarte des jeweiligen Landes. Mein Ziel: Westen, bis ich zum Meer komme, dann folge ich dem Meer bis Portugal.

Und genau so lief es dann ab. Inklusive viel verfahren. Aber das gehört ja dazu.

Das ersteml gross verfahren habe ich mich in Belgien. Irgendwie bin ich auf der Autobahn gelandet. Das war so richtig unangenehm. Ca. fünf Kilometer auf dem Seitenstreifen. Keine Ahnung wie ich da gelandet bin. 

Oder ein anderes mal, als ich in Frankreich eine Abkürzung genommen habe und mich für anderthalb tage in einem Wald verirrt habe. Heute mit GPS auf dem Handy kein Problem mehr. Aber damals, als mir das Wasser ausging, der Weg sich von einem Schotterweg zu einem Trampelpfad zu garkeinem Weg reduziert hat, war ich mit meiner unerfahrenheit sehr am verzweifeln.

Unerfahrenheit trifft es auch gut. Mein Reisestil war damals ein ganz anderer.

Ich war noch fit und sportlich. Bin Marathon gefahren und meine tägliche Radtour war 100km plus.

Genauso bin ich auch an meine Reise gegangen. Immer Kette rechts, Vollgas. Ob ich es bis Portugal schaffe war nicht abzusehen. Schließlich ist das am anderen Ende von Europa. Hundert Kilometer war eher das untere Limit. Wildcampen war mir auch noch sehr unangenehm. Auf der ganzen Tour habe ich nur dreimal wildgecampt. Sonnst bin ich immer auf einen Campingplatz gegangen. Das sehe ich heute natürlich ganz anders.

Viel zur Tour kann ich auch gar nicht mehr sagen. Damals war es für mich das große Abenteuer, und ich habe mich frei gefühlt. Ich war auf jeden Fall angefixt. 

Den Moment als ich vor der auf dem Boden aufgezeichneten Markierung zur Grenze nach Portugal stand, werde ich niemals vergessen.