Zurück nach Ermoupoli

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28.03.2022

Der nächste Morgen weckt uns mit trübem Wetter. Es ist fast windstill, aber bewölkt, nur ab und zu lässt die Sonne sich blicken. Bei einem kurzen Strandspaziergang finde ich einen witzigen Stein, der eine dicke Nase im Gesicht hat. Natürlich muss der bemalt werden! Ich stelle ihn dann an den Felsen ab und hoffe, es wird ihn jemand finden und mitnehmen. Steine auf einer Radreise zu transportieren ist ja eher unvorteilhaft. Der Mann hingegen chillt noch etwas mit einer lustigen Kopfbedeckung am Strand (gegen Sonnenbrand).

Wir frühstücken, packen unsere Sachen und brechen dann auf in Richtung Inselhauptstadt Ermoupoli.

Der Strand, an dem wir gecampt haben

Es geht ca. 100m supersteil bergauf, die all meine Kraft kostet. Ich schätze die Steigung auf ca. 20%. Ich kann das ungefähr einschätzen, denn den Tag zuvor hatte ich das erste Mal eine Steigungsangabe mit 10% am Straßenrand, die ich bewältigt habe und bei der ich nicht schieben musste. Ich kenne außerdem den Wurzenpass, der Österreich von Slowenien trennt und der ca. 18% Steigung hat. Die heutige Steigung ist definitiv viel viel krasser. Nur mit gewaltiger Anstrengung bekomme ich das Rad da überhaupt hochgeschoben. Von fahren will ich gar nicht erst reden.

Danach geht es weiter aufwärts, die ganze Strecke, die wir gestern fröhlich herunter gerollt sind, fahren wir heute wieder hoch. Natürlich ist das anstrengend und mittendrin denke ich oft, dass ich es nicht schaffe, doch dann spricht die andere Stimme zu mir, die mir sagt „natürlich schaffst du das“. Und das habe ich auch. Klar muss ich anhalten und Pausen machen, aber jedes Mal, wenn ich oben angekommen bin und nachher sehe, wie hoch ich wirklich gefahren bin, bin ich ein wenig stolz auf meine Leistung. Ich meine, ich bin ja noch Anfängerin!

Wir halten beim Supermarkt an und holen uns ein wenig Nervennahrung. Das Gute ist, dass ich bei all der Strampelei auch mal was ordentlich kalorienhaltiges essen darf, ohne dass es gleich wieder zu Hüftgold wird.

 

Ja und irgendwann rollen wir dann auch schon die Serpentinen nach Ermoupoli herunter.

Hier haben wir uns erst mal für ein paar Tage eine günstige Unterkunft gebucht, in der wir arbeiten werden. Es ist so viel zu tun, Fotos wollen bearbeitet werden, Berichte geschrieben und die Videos müssen geschnitten werden, sodass wir ein wenig Vorlauf haben.

 

Die Unterkunft liegt im oberen Stadtteil Ano Syros und auf dem Weg dorthin müssen wir wieder fleißig bergauf fahren. Die Unterkunft liegt auf dem rechten Berg mit der griechisch-orthodoxen Kirche oben drauf. Es gibt auch noch einen linken Berg mit der katholischen Kirche auf der Spitze. Die Straßen hier sind traditionell, also mit Natursteinen gepflastert und es gibt mehr Treppen als Straßen.

 

Unsere Unterkunft und unsere Räder in Ano Syros

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